Kongresshalle
Berlin
Forum Stadtbild Berlin
Schloss
Brandenburger Tor
Stand: 21. Juni 2018

Veröffentlichungen / Presse

Veröffentlichungen / Presse

18. Juni 2018, Prof. Dr. Hans Stimmann

Ein wenig wie bei Albert Speer

Berlin ist die Stadt der überall präsenten Brüche, die Kriegszer­störungen und halb fertig gestellte Planungs­versprechen in derpolitisch getrennten Stadt hinterlassen haben. Ein besonderes Schlachtfeld bietet dabei die Innenstadt mit ihren autogerechten Stadtlandschafts­fragmenten westlich und den architektonischen Demon­strationen der politischen Macht der SED östlich der Mauer. Dazu gehören zwei Orte, bei denen einem Besucher ohne Kennt­nis der lokalen Geschichte das Wort "Forum" im Sinne seiner ursprünglichen Bedeutung als Hauptplatz als Letztes ein­fiele. Die Rede ist vom Marx-Engels-Forum, das die DDR-Dik­tatur anstelle der Berliner Altstadt zwischen Spree und St. Marien ge­plant und gebaut hat, und das Kulturforum als kulturpolitische und architektonische Antwort des demokratischen Westens auf den Mauerbau und die damit verbundene Abtrennung der Bibli­otheken, Museen, Opern und Konzerthäuser in der alten Stadtmitte durch die Nutzer in den Westsek­toren........   Den vollständigen Terxt des Beitrags können Sie durch Anklicken dieser Zeile aufrufen (Z pdf 479). 

Dezember 2017 bis Juni 2018

Frankfurt schenkt sich eine neue Altstadt

A) Wertvolle Materialien, traditionelle Handwerkskunst, alles vom Feinsten. Mit seiner neuen Altstadt, die auch im Manufactum-Katalog stehen könnte, macht sich Frankfurt selbst ein Geschenk. Und als Praliné oben drauf gibt es das Belvederchen. ....

B) Die Eröffnung findet schrittweise statt. Noch wird an der "neuen Altstadt" Frankfurts gebaut. Erst am 9. Mai sollen die Bauzäune verschwinden, die offizielle Eröffnung des Viertels ist für Sep­tember geplant; dann wird man dort, wo das Technische Rathaus stand, fünfzehn rekonstruierte historische Häuser und zwanzig Neubauten im Altstadtstil besichtigen können.

C) Wir haben das Haus am rechten Fleck
Die gefeierte neue Frankfurter Altstadt geht auf die Initiative eines Rechtsradikalen zurück. Und das ist kein Zufall.

Die "neue Frankfurter Altstadt", jene Ansammlung von re­kon­­stru­ierten und in Stil und Kubatur·alter Häuser neu errichtt1ter Gebäude, die zurzeit dort entsteht,· wo einst das brutalistische technische Rathaus stand, ist ein Lieblingsprojekt der Frankfurter

Lokalpolitik geworden. Die drängendsten Probleme der Stadt, die Frage des bezahlbaren Wohnraums und einer "Stadt für alle" löst das rekonstruierte Viertel zwar auch nicht im Ansatz – aber das will es auch gar nicht, und als touristisch vermarktbares Bild eines Altstadtidylls, durch das bald Massen an futter- und ein­kaufs­freudigen Touristen geschleust werden können, verspricht die neue Frankfurter Altstadt ein Erfolg zu werden. Schon des­wegen streiten SPD und CDU, wem das Urheberrecht an ihr ge­bührt, wer sich damit brüsten darf,  Erfinder des rekonstruierten Herzens der Stadt zu sein. Doch weder der einen noch der ande­ren Partei gebührt diese Ehre - und es gibt gute Gründe dafür, warum man in Frankfurt auch lieber nicht so genau wissen will, auf wes­sen Initiativedas neue Renommierprojekt zurückgeht.

D)  Wo Häuser Geschichten erzählen

Am Mittwoch fallen die Bauzäune in der neuen Frankfurter Altstadt. Zwischen Römer und Dom sollte dort ein normales Stück Stadt entstehen. Mit dem Projekt will Frankfurt einen Teil seiner Identität zurückgewinnen. Kann das gelingen?
Über den Spruch am Giebel seines neuen Zuhauses kann August Heuser lange nachdenken. "Das Neue stürzt, und altes Leben blüht aus den Ruinen", steht dort, hineingefräst in ein großes Stück Industriebeton. Heuser ist einer der ersten Bewohner der neuen Frankfurter Altstadt, in wenigen Wochen zieht er in eine Woh­nung im ersten Stock des "Glauburger Hofs". Kreise und abstrakte Formen zieren die Fassade des Wohnhauses an der Braubach­straße. Der dezente Schmuck gefällt ihm. ·"Das Haus hat eine vor­nehme Zurückgezogenheit. Es macht nicht auf alt." Wer die Bau­geschichte nicht kennt, der wird kaum erraten, aus welchem Jahr­zehnt das Gebäude stammt. Aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts vielleicht oder dem Jugendstil? Falsch. Es ist von 2018. "

E) Neue Frankfurter Bauschule 
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Die Frankfurter Altstadt, bis zur Zerstörung durch alliierte Bomber im März 1944 die bedeutendste ihrer Art .in Deutschland, war dafür ein Paradebeispiel. Bauten der Gotik, der Renaissance, des Barocks, des Klassizismus, des Historismus, des Jugendstils und erste moderne Einsprengsel verbanden sich zu einem Ensemble, das vielerlei war: prekäres Quartier mit hoher Kin9.ersterblichkeit und Rotlichtbezirk, Touristenattraktion, Kneipen und Handwerker­viertel, Verwaltungsstandort und Ballungsgebiet von Klöstern und Kirchen. Den Nationalsozialisten war die Gegend unheimlich, sie vertrieben die "asozialen Elemente" und begannen, die histori­schen Gebäude mit Bauten im gesichtslosen Heimatschutzstil zu ersetzen.

 F) Was Berlin von Frankfurt lernen kann
 
Frankfurt am Main hat seine im Bombenkrieg zerstörte Altstadt wiederaufgebaut. Auch Berlin kann etwas von dem aufwendigen historistischen Projekt lernen.

G) Dom, offen Stadt 
 
Auf einmal kracht es heftig, dass die Fachwerkbalken einem nur so um die Ohren fliegen. s gibt Streit, der Ton wechselt vom mild-depressiven Jammermoll in ein schrilles Empörungs-Dur, Archi­tek­ten, Historiker, Blogger und Bürger gehen in Artikeln und Internetkommentaren mit Betonarmierungen und Holzbau­klötz­chen aufeinander los. Es geht um die Stadt, ihre Symbolik, ihre politischen Hinter" und Abgründe - genauer: um das rekonstruierte Dom-Römer-Areal, die sogenannte neue Frankfurter Altstadt und was sie für eine  Gesellschaft bedeutet, die ihr Heil immer öfter in Rekonstruktionen sucht.  

H)  Altstadt für alle! 
 
Eine Stadt im Eröffnungsrausch: Schon im Februar ging es los, dann fielen vergangene Woche die letzten Bauzäune, und im September soll es das dritte, das größte Fest geben (für 1,5 Mil­lionen Euro!), um die einzig­artige, die wunderbar neue und ir­gendwie auch alte Altstadt einzuweihen. Bis dahin sollen 200 Be­wohner ein. gezogen, 

 

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I) Frühere Presseveröffentlichungen zur "neuen" Frankfurter Altstadt. Diese können Sie durch Anklicken des nachstehenden Links aufrufen:
 http://www.forum-stadtbild.de/suche.html?keywords=Neue+Frankfurter+Altstadt&x=11&y=9.

 

22. April 2018: RBB-Inforadio Wer oder was ist die Mitte der Stadt?

Alles wie früher oder doch auch ein bisschen neu? Wie historisch soll die Innenstadt Potsdams aussehen? Der fortwährende Streit um Erhalt, Abriss und Wiederaufbau berührt zentrale Fragen der Stadtgesellschaft. Es geht nicht nur um Bauten, es geht auch um hier lebende Menschen und was sie an ihrer Stadt wichtig finden. Harald Asel diskutiert mit seinen Gästen. ....Bitte rufen Sie durch Anklicken dieser Zeile die Datei für weitere einzelheiten auf (Z pdf 478).

Lukas Verlag / Süddeutsche Zeitung (Jens Bisky): Mitte! Modernisierung und Zerstörung des Berliner Stadtkerns von 1850 bis zur Gegenwart

 

Die Stadt Berlin plant gravierende Neugestaltungen ihrer Mitte. Deren enorme Freiflächen und Autostraßen sug­gerieren pro­lemlose Baufreiheit. Doch will man – was dringend geboten ist! – diese Pläne fundiert dis­kutieren, muss man um das bauliche............................... 

Berliner Architektur Abbruch-Fanatismus

Der Architekturhistoriker Benedikt Goebel dokumentiert knapp, klar und mit einer überwältigenden Fülle selten gesehener Fotografien die Baugeschichte des Berliner Stadtkerns. Hat die Mitte Berlins, jene viel beschworene Gegend zwi­schen Fernsehturm und Humboldt-Forums-Schloss, zwischen Jannowitzbrücke und Museumsinsel, vom Auf­schwung der Stadt in den vergangenen dreißig Jahren profi­tiert? ....

Die Datei können Sie durch Anklicken dieser Zeile aufrufen (P pdf 696)

Die Zeit, 27. März 2018: Neil MacGregor

Es gibt nicht die eine Geschichte,..................


.......sondern es sind viele Geschichten, die zählen. Eine Antwort an die Kritiker des Berliner Humboldt Forums.

 Die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie spricht 2009 auf der TED-Globalkonferenz von der „Gefälle der einen einzigen Geschichte“. Ausgehend von ihrer persönlichen Erfah­rung warnt sie eindringlich vor der Macht, eine linearperspek­tivische Erzählung immer und immer zu wiederholen, bis sie zu einer unumstößlichen und exklusiven Wahrheit wird. Diese eine Geschichte formt ein unvollständiges Bild, das sich als ein voll umfangliches versteht. Und letztendlich bestimmt diese eine Geschichte das Sein derer, über die sie erzählt  wird: „Sie beraubt Menschen ihrer Würde. Sie erschwert es uns, die  Gleichheit aller Menschen zu erkennen“. .....Zum Weiterlesen bitte hier anklicken (Z pdf 476)

 

Tagesspiegel, 27. März 2018: Lorenz Maroldt

Neue Konzepte für Palais am Festungsgraben

A) Aus dem Palais am Festungsgraben soll ein multifunk­tionaler „Berliner Kultursalon“ werden: Nach einem Kon­zept der landeseigenen Immobiliengesellschaft Berlinovo, das dem Tagesspiegel vorliegt, wird das historische Gebäu­de neben dem Deutschen Historischen Museum Unter den Linden „ein offenes Haus für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Veranstaltungen“.............

B)....Wer darf was künftig im Palais am Festungsgraben ma­chen? Konzepte gibt es viele, entschieden ist noch nichts. Einig sind sich nur alle, dass es sich um ein Schmuckstück handelt, mit dem sich viele gern schmücken möchten. Doch die Stimmung bei der Debatte über die Zukunft des 1751 erbauten glanzvollen Gebäudes hat sich seit einigen Tagen stark eingetrübt, nachdem im rot-rot-grünen Senat offenbar verschiedene Ansichten heftig aufeinander­prallten....

C)Die Initiative, laut Kreibich „total überparteilich“, strebt eine enge Kooperation mit dem Humboldt-Fo-rum, dem Maxim-Gorki-Theater, den Berliner Hoch­schulen, anderen Einrichtungen des Landes und des Bundes an. Das Palais soll Sitz für die Deutsche Gesell­schaft für die Vereinten Nationen und Nicht-Regie­rungsorganisationen werden. Den Planungen zufolge sollen Kreative und Wissenschaftler, die sich mit den Zielen der Vereinten Nationen auseinandersetzen, dort Raum finden. Das Theater im Palais soll seine Räume behalten. Und auch umfassende gastronomische Ein­richtungen sollen dort Platz finden. „Säle und Foyers sind fantastisch für Veranstaltungen zu vermieten“, sagt Kreibich. Organisiert würde das Haus, in dem rund 4600 Quadratmeter genutzt werden können, durch Gremien wie ein Kuratorium und einen Beirat. Und ganz wichtig: Der Verein garantiere die Finanzierung, sagt Kreibich. Es gebe schon Zusagen von Stiftungen, die Gelder bereitstellen wollen. Man brauche keine „Staatsknete“.

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